Die Vertreterversammlung der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG hat am 24. Juni 2026 in Bad Ems wichtige Weichen für die Zukunft der Genossenschaftsbank gestellt. Mit einer Zustimmung von 100 Prozent votierten die Vertreterinnen und Vertreter für die Verschmelzung mit der Raiffeisenbank eG Niederwallmenach und der Rheingauer Volksbank eG. Damit entsteht eine starke regionale Genossenschaftsbank mit einer Bilanzsumme von rund 4,9 Milliarden Euro, einem betreuten Kundenvolumen von 9,5 Milliarden Euro, mehr als 55.500 Mitgliedern und über 660 Mitarbeitenden.
Mehr als 220 Vertreterinnen und Vertreter, Gäste sowie Mitarbeitende waren der Einladung zur Vertreterversammlung gefolgt. Aufsichtsratsvorsitzender Udo Triesch leitete die Versammlung souverän und führte durch die umfangreiche Tagesordnung.
Vorstandsvorsitzender Matthias Berkessel berichtete zunächst über das Geschäftsjahr 2025. Dabei ging er auf die weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Die deutsche Wirtschaft stagniere, die Nachfrage bleibe schwach und Unternehmen sähen sich mit steigenden Kosten sowie einem hohen Wettbewerbsdruck konfrontiert. Hinzu kämen zunehmende regulatorische Anforderungen und ein spürbarer Fachkräftemangel.
Trotz dieser Herausforderungen konnte die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg erneut stabile Geschäftszahlen vorweisen, wie Vorstandsmitglied Marc Barber erläuterte. Die Bilanzsumme lag mit 2,83 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Das Kundenkreditvolumen stieg auf 1,91 Milliarden Euro, die Kundeneinlagen erhöhten sich auf 1,88 Milliarden Euro. Einschließlich der bei den Verbundpartnern betreuten Anlagen und Finanzierungen betreute die Bank ein Kundenvolumen von insgesamt 6,1 Milliarden Euro.
Der Zinsüberschuss belief sich auf 47,34 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss auf 18,42 Millionen Euro. Nach Steuern erwirtschaftete die Bank einen Jahresüberschuss von 6,67 Millionen Euro. Vorstand und Aufsichtsrat schlugen der Vertreterversammlung eine Dividende von 4 Prozent vor. Darüber hinaus werden insgesamt 4 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt.
Auch das gesellschaftliche Engagement der Genossenschaftsbank blieb auf hohem Niveau. Jährlich unterstützt die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg Vereine, Initiativen und gemeinnützige Einrichtungen mit rund 200.000 Euro. Über die Crowdfunding-Plattform „Viele schaffen mehr“ konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche regionale Projekte erfolgreich umgesetzt werden.
Vorstandsmitglied Marc Barber erläuterte zudem die strategischen Herausforderungen für Regionalbanken. Digitalisierung, steigende regulatorische Anforderungen, der demografische Wandel und der intensive Wettbewerb erforderten zunehmend größere und leistungsfähigere Einheiten. Vor diesem Hintergrund stellten Matthias Berkessel und Marc Barber ausführlich die geplante Fusion mit der Rheingauer Volksbank und der Raiffeisenbank eG Niederwallmenach vor.
Die Vertreterinnen und Vertreter folgten der Argumentation von Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig. Mit 100 Prozent Zustimmung wurde der Verschmelzungsvertrag angenommen. Ziel der Fusion sei es, die regionale Eigenständigkeit langfristig zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zugleich die Nähe zu Mitgliedern und Kunden zu bewahren.
Die neue Bank wird künftig unter dem Namen „Volksbank Rheingau-Lahn-Limburg eG“ firmieren. Juristischer Sitz wird Limburg sein, zugleich wird eine dauerhafte Vorstandspräsenz in Limburg und Geisenheim sichergestellt. Alle bestehenden Filialstandorte bleiben erhalten. Der Vorstand der fusionierten Bank wird aus den beiden Co-Vorstandsvorsitzenden Matthias Berkessel und Andreas Zeiselmaier sowie den Vorstandsmitgliedern Marc Barber und Michael Mager bestehen.
Aufsichtsratsvorsitzender Udo Triesch berichtete über die Tätigkeit des Aufsichtsrates sowie über die Ergebnisse der gesetzlichen Prüfung. Die Vertreterversammlung stellte den Jahresabschluss fest, beschloss die Verwendung des Jahresüberschusses und erteilte Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung.
Turnusgemäß schieden Julia Häuser und Jochen Heckelmann aus dem Aufsichtsrat aus. Beide wurden von der Vertreterversammlung wiedergewählt. Im Zuge der geplanten Fusion wurden zudem weitere Mitglieder für die künftige Zusammensetzung des Aufsichtsrates und des Wahlausschusses gewählt.
Zum Abschluss der Versammlung dankte Udo Triesch den Vertreterinnen und Vertretern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung. Die einstimmige Zustimmung zur Fusion wertete er als starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit der genossenschaftlichen Idee in der Region. Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Bildunterschrift (Foto Volksbank oben):
Historischer Moment für die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg: Die Vertreterversammlung stimmte der Fusion mit der Rheingauer Volksbank und der Raiffeisenbank eG Niederwallmenach einstimmig zu.
Bildunterschrift (Foto Volksbank links):
Die Vorstände der beteiligten Banken mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates.
v.l.: Erich Serwas, Lothar Klein, Michael Mager, AR-Vorsitzender Udo Triesch, Matthias Berkessel, Andreas Zeiselmaier und Marc Barber