2. Immobilienmesse in der Stadthalle Lahnstein ein voller Erfolg

Der Verein „Haus & Grund Rhein-Lahn e.V.“ und die Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG luden am 15. März gemeinsam zur 2. Immobilienmesse ein.

Rund 150 Gäste hatten sich angemeldet, sodass aus Kapazitätsgründen die Veranstaltung von der Volksbank Lahnstein nebenan in die Stadthalle verlegt werden musste. Ein Erfolg, der für sich spricht.

Volksbank-Vorstandsmitglied Klaus Merz sowie Rudi Keßler, Vorsitzender des Ortsvereins Rhein-Lahn, begrüßten die Gäste, denen insgesamt vier Vorträge mit unterschiedlichen Themen geboten wurden.

Dipl. Ing. Elisabeth Baur, Sachverständige für die Erkennung, Bewertung & Sanierung bei Schimmelpilzbelastungen aus Andernach, widmete sich dem Thema „Schimmel im Mietobjekt“. Feuchtigkeit in der Mietwohnung (z. B. Stockflecken, Schimmelbildung) stellt einen Mangel der Mietsache dar und zwar ohne Rücksicht darauf, ob bei der Errichtung des Gebäudes die Regeln der Technik eingehalten worden sind oder nicht. Die Feuchtigkeitsbildung kann auftreten, wenn die Wohnung selbst keine hinreichende Außenisolierung und Wärmedämmung hat oder wenn der Mieter die Wohnung fehlgebraucht, weil er nicht genügend lüftet bzw. heizt. Bevor der neue Mieter einzieht, sollte er unbedingt auf das notwendige und korrekte Lüften hingewiesen werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ein Hilfsmittel wie z. B. ein Wohnklima Messgerät TH 55, kann hierbei sehr dienlich sein. Der elektronische Thermo-Hydrometer kontrolliert das Raumklima und alarmiert bei Schimmelgefahr. Hat sich bereits Schimmel festgesetzt, dann ist zunächst der Vermieter in der Beweispflicht, dass die Schadensursache in dem Bereich liegt, der der unmittelbaren Einflussnahme, Herrschaft und Obhut des Mieters unterliegt. Hat sich der Vermieter entlastet, so muss der Mieter nachweisen, dass er die Feuchtigkeit nicht verursacht bzw. verschuldet hat. Er hat nun die Nachweispflicht, dass sein Wohnverhalten und das der weiteren Benutzer dem allgemeinen zumutbaren Normalverhalten entsprochen hat und noch entspricht, was nicht immer einfach ist. Dazu ein Hinweis: die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt keine Finanzierung an den Hauseigentümer, wenn nicht gewisse Bestimmungen gewährleistet sind wie z. B.  Abfuhr der Luftfeuchtigkeit (dezentrale Entlüftung in der Außenwand vorgesehen).

2. Immobilienmesse in Lahnstein
Den Gästen der 2. Immobilienmesse in Lahnstein wurden insgesamt vier Vorträge zu interessanten Themen geboten.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Gäste bei einem kleinen Imbiss stärken konnten, referierte der Rechtsanwalt Lothar Breitenbach, „Fachanwalt für Bau- & Architektenrecht, Miet- & Wohnungseigentums-recht sowie Erbrecht“ zum Thema „Schenken oder doch vererben“. Er zeigte den Zuhörern auf, dass einiges dafürspricht, sein Vermögen zu Lebzeiten an Ehepartner, Kinder oder an andere nahe Verwandte weiterzugeben. Er begründet dies mit den hohen Steuerfreibeträgen, die bei frühzeitigem Beginn des Verschenkens mehrfach ausgeschöpft werden können. Zum anderen behält der Schenkende bei der Verteilung seines Vermögens die Zügel in der Hand und kann vermeiden, dass nach seinem Tod unter den Erben Streit ausbricht. Mit dem Verschenken von Geld zu Lebzeiten können Eltern ihre Kinder schon früh in die Lage versetzen, ein Eigenheim zu erwerben oder sich eine Existenz aufzubauen, was ebenfalls dafürspricht. Egal ob Erbschaften oder Schenkungen - in beiden Fällen gibt es steuerliche Freibeträge, d.h. erst wenn der Betrag eine bestimmte Höhe überschreitet, müssen Steuern abgeführt werden. Der Steuerfreibetrag ist umso höher, je enger die verwandtschaftliche Beziehung ist. Ehepaare können bis zu 500.000 Euro erben, ohne dass es steuerlich relevant ist, Kinder bis 400.000 Euro und zwar von jedem Elternteil. Zwischen Erbschaften und Schenkungen gibt es einen wesentlichen Unterschied: Im Gegensatz zu Erbschaften können bei Schenkungen die Steuerfreibeträge alle zehn Jahre aufs Neue ausgeschöpft werden.

Schenkungen sollten unbedingt dokumentiert werden, mit Namen der Beteiligten, dem Gegenstand der Schenkung sowie Datum und Unterschrift aller Beteiligten. Eine Schenkung von Immobilien muss grundsätzlich notariell beurkundet werden. Schenker sollten sich aber ein sogenanntes Nießbrauchrecht sichern, welches im sog. Übergabevertrag vereinbart wird. Beim Erstellen des Übergabevertrages sollten sich Immobilienbesitzer unbedingt juristisch beraten lassen.

2. Immobilienmesse in Lahnstein
Zwischen den Vorträgen konnten sich die Gäste bei einem kleinen Imbiss stärken und an verschiedenen Ständen über das Thema "Immobilie" informieren.

Bezirksdirektor Andreas Retzmann von der R+V Versicherung erklärte in seinem Vortrag den Inhalt der „Elementarversicherung" und welche Risiken diese abdeckt z.B. Erdrutsch, Erdbeben, Starkregen, Überschwemmung und Vulkanausbruch. Auch unsere Region ist schon mehrfach in der Vergangenheit mit Starkregen konfrontiert worden - in 2016 z.B. die Ortschaft Grafschaft bei Ahrweiler. Hier kamen innerhalb von 2 Std. 115 Liter Regenwasser nieder. Im Gebäudeversicherungs-bestand der R+V Versicherung sind bislang nur 40% der Gebäude durch „Elementar“ abgesichert. Aufgrund des Klimawandels werden wir in Zukunft auch in unseren Gefilden immer häufiger mit den Ausuferungen der Natur zu tun haben. Daher der Tipp: regelmäßig die Versicherungsdokumente durch einen Versicherungsfachmann überprüfen lassen, denn ein neuer Trend zeichnet sich ab. Kann der Hauseigentümer für sein Objekt keine „Elementarversicherung“ nachweisen, wird er im Schadensfall von staatlichen Hilfsmittel bzw. Förderungen ausgeschlossen.

Am Ende der Vortragsreihe informierte Andreas Mangold, Geschäftsführer des Rheinquartiers Lahnstein, die Besucher über den aktuellen Stand des „Rheinquartier-Projektes“. Mehr als 20 Jahre lagen die unbenutzten Brachflächen des ehemaligen Güterbahnhofs mit seinen historischen Lagerhallen etc. unberührt und das Gelände war mit Wildwuchs übersät. Nun wurde das Gelände von einem Privatinvestor käuflich erworben und inzwischen ist ein städtebauliches Konzept mit der Stadt Lahnstein und der Rheinquartier GmbH & Co KG entstanden. Im April 2015 wurde der Rückbau/Abbau der Halle und Gleisen vorgenommen. Im August 2016 entstand ein rechtskräftiger Bebauungsplan. Im Sept. 2016 begann die Vermarktung und im Dez. 2016 wurde der erste Spatenstich vorgenommen. Mittlerweile ist das Gelände in 4 Wohngebiete aufgeteilt: Schloßpark, Corbuster Quartier, Victoriaviertel und der Wenzelplatz. Die Vermarktung des Wenzelplatzes wird in ca. 2 bis 3 Monaten beginnen. Das Rheinquartier ist das größte Baugebiet im Mittelrhein mit angrenzendem Gewerbegebiet.

Nach den interessanten Vorträgen ließen die Gäste bei einem Glas Wein den Abend ausklingen.

2. Immobilienmesse in Lahnstein
Bezirksdirektor Andreas Retzmann von der R+V Versicherung, Vorstandsmitglied Klaus Merz von der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg eG, Dipl. Ing. Elisabeth Baur, Dipl. Ing. Rudi Keßler (Vorsitzender des Ortsvereins Haus & Grund Rhein-Lahn e.V.) und Rechtsanwalt Lothar Breitenbach (v.l.n.r.)